| Ganz
auf die Gedanken- und Erfahrungswelt der Kleinen zugeschnitten ist die Schule
von Bernhard Schumacher. Dies stellt einen fundamentalen Unterschied zur Schule
von Raubach/Kovacs dar: War dort noch die Rede von modernen bläserpädagogischen
Trainingsmethoden, so wurde stillschweigend von einer verstandesmäßigen
Verarbeitung ausgegangen. Dies ist in der Regel erst ab dem Teenageralter zu erwarten.
Davor, insbesondere wenn Lesen und Schreiben erst erlernt wird, ist ein spielerischer,
im wahrsten Sinne des Wortes "begreifender" Ansatz notwendig. So werden
Kinder von Schumacher auf spielerische, aber eben nicht kindische Weise an Musik
und Trompete herangeführt.
Sehr lobenswert erscheint der Ansatz, nicht
C-Dur als die Mutter aller Tonräume zu definieren, sondern gleich von Anfang
an mit der Chromatik zu beginnen. Auf diese Weise wird dem Gedanken vorgebeugt,
Vorzeichen seien schwer. Jeder neue Ton wird mit Übungen und Liedern eingeübt,
wobei viele Illustrationen die an sich trockene Materie auflockern. Hier
erweist sich die beigelegte CD als integraler Bestandteil. Wunderbar realistisch
sind die ersten Tracks, die die ersten Schritte mit dem Instrument illustrieren,
von den ersten, schrägen Tönen und die darauf folgende Reaktion der
Mutter bis zu Hörbeispielen auf dem Mundstück. Schumacher wendet
sich im Vorwort auch explizit an die Eltern, um ihnen ihre doch sehr wichtige
Rolle in diesem Prozess zu erläutern. Wer sich auf diese Schule einlässt,
erkennt sehr schnell, dass hier jemand mit viel Liebe zur Musik und zu denen,
die sie erlernen und erleben wollen, seine Lehrerfahrungen zu Papier gebracht
hat. Ein ganzheitlicher Ansatz, der sich sicherlich nicht nur auf die Kleinen
beschränkt. Bleibt zu hoffen, dass Band 2 möglichst bald folgt. Mathias
Engl Bernhard Schumacher: Trompetenschule für Kinder ab 6 Jahren,
Band 1, Alfred Music Publishing, alfredverlag.de, ISBN 10: 3-933136-82-2
|