schumusik.de  BERNHARD SCHUMACHER


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Kommentar zur

Trompetenschule für Kinder, Band 1

Seite 11 bis 13

Die Übungen auf S. 11 bis S. 13 sind grundlegend für einen bewusst gestalteten, flexiblen Bläserton. Damit kommt man an kein Ende, gerade Profis beschäftigen sich täglich damit, man sollte ein ganzes Blechbläserleben lang immer wieder darauf zurück kommen.

Nicht alle Kinder sind sofort bereit, das Lippensummen zu üben und zu verfeinern, vielleicht finden sie das Geräusch unanständig? Der Lehrer, die Lehrerin, sollte aber mit freundlicher Überredungskunst in jedem Fall darauf bestehen, dass das "Buzzing" als Grundlage aller Blechbläserei fleißig geübt wird.

Denn erstens sind die schwingenden Lippen ja tatsächlich der Ort, wo der Trompetenton entsteht, Es ist klar, dass wir uns damit besonders beschäftigen müssen. (Technisch betrachtet, entsteht zwischen den elastischen Lippen eine schnelle Folge von Luftbläschen: Der Atemdruck drückt die geschlossenen Lippen von innen ein wenig auseinander, eine kleine Portion Luft entweicht nach außen, dahinter schließen sich die Lippen sofort wieder, ehe die nächste Portion kommt. Die Kette der schnell hintereinander entweichenden Luftbläschen wird zum Ton, den wir beim "Buzzing" mit den Lippen erzeugen und den wir dann auch über das Mundstück fassen und ins Instrument weitergeben, Je stärker wir blasen, desto lauter wird der Ton, je fester und zentrierter wir die Lippen schließen, desto höher wird der Ton. Dabei ist also ein "Antagonismus" wirksam, ein Gegeneinander-und-damit-Zusammenwirken zweier Kräfte, nämlich Atemdruck und Lippendruck. Ein brauchbares Bild dafür ist der Springbrunnen: Je stärker der Wasserdruck und je kleiner die Austrittsöffnung, desto höher steigt der Strahl)

Und zweitens haben wir beim Lippensummen und auch beim Spielen nur mit dem Mundstück die allerbeste und schnellste Kontrolle über unsere jeweilige Tagesform. Ein erfahrener Lehrer kann bei den ersten "gesummten" Tönen oder Geräuschen feststellen, ob der Schüler bereit ist, Musik zu machen oder ob Entspannung nötig ist, ein Scherz, ein kurzes Gespräch "Wie war die Woche?" "Was gibt's Neues?" usw. Oft genügt das schon, um den Summton glatter und freier zu machen. Unter anderem hat sich bewährt zur Lockerung beim Summen im Raum herum zu gehen. Wie viele Runden um den Notenständer schaffst du auf einen Atem mit einem Ton?

Ziel sollte sein, die "Sirenen" von S. 11 und 12 ganz weich und elegant fließend zu gestalten, also ohne Sprünge oder Stufen. Man beginne mit kleinem Tonumfang, ein Halbton hinauf und wieder hinunter genügt für den Anfang, Steigerungen kommen dann von selbst. Varianten wie "Sirene nach unten" sind selbstverständlich immer gut, vor allem, wenn die Kinder selbst Ideen haben.

Gehe bei allen "Sirenen" von einer mittleren Tonlage aus. Versuche anfangs nicht, besonders hoch zu summen, besser ist es, vor allem möglichst tiefe und dabei doch glatte Töne zu versuchen. Die Höhe kommt dann bald von selbst. Es ist wie bei einem Baum, der tiefe und breite Wurzeln braucht, um hoch zu wachsen.

Die Lehrerin, der Lehrer, sollte hier als gutes Beispiel vorangehen. Man kann lustige Rede-und-Antwortspiele in Buzzingsprache erfinden. Die Übungen auf S. 13 wollen dazu anregen.

PS: Das Lippensummen und das Spielen mit dem Mundstück bietet, nebenbei bemerkt, auch einen sehr guten Ansatzpunkt, um Kindern, die eine feste Zahnspange bekommen haben, über die ersten zwei oder drei Wochen der Eingewöhnung hinweg zu helfen. Dazu an anderer Stelle mehr.

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